Wenn Ihnen Ihr Aszendent entsprechend der westlichen Astrologie bereits bekannt ist, können Sie daraus Ihren vedischen Aszendent selbst berechnen.
Dieser wird nur in seltenen Fällen mit seinem Gegenstück gemäß westlicher Astrologie übereinstimmen. Das hat folgende Bewandtnis, die ich hier nur ganz kurz erklären möchte. Danach werde ich erklären, wie sich der vedische Aszendent selbst berechnen lässt.
Die westliche Astrologie arbeitet mit dem so genannten tropischen Himmelskreis, der sich an dem Punkt der Frühlings-Tag-und-Nacht-Gleiche (Äquinoktium) am Beginn des Tierkreises orientiert. Dieser Punkt, der dem Sternbild Widder bei 0 Grad entspricht, wandert aber in ungefähr 72 Jahren ca. 1° in die der normalen Planetenbewegung entgegengesetzte Richung. Das Wort tropisch (umkehren) weist darauf hin, dass sich die westliche Astrologie bei der Festlegung der Tierkreiszeichen an der Umkehrung der Bewegung der Sonne in Beziehung zur Erde orientiert.
Die vedische Astrologie verwendet jedoch einen Tierkreis, der gegenüber den von den Fixsternen gebildeten Sternzeichen unbeweglich ist. Er wird als der siderische Tierkreis bezeichnet. Siderisch bedeutet „in Beziehung zu den Sternen“, was darauf hindeutet, dass sich die vedische Astrologie bei der Definition der Tierkreiszeichen strikt an die tatsächliche astronomische Lage der Fixsterne am Firmament hält. Vor ca. 1700 Jahren waren beide Darstellungen miteinander identisch. Mittlerweile haben sie sich jedoch um ca. 23 Grad 53’ voneinander entfernt, wobei die Berechnungsmethode von Lahiri zugrunde gelegt wurde. Diese Berechnungsmethode basiert auf der Annahme, dass historisch gesehen die letzte Übereinstimmung des siderischen und tropischen Tierkreises 285 n. Chr. stattfand. Dieses Ereignis findet einmal in 25.800 Jahren statt, dem Zyklus der Rotationsbewegung der Erdachse gegenüber der Ekliptik, also der Ebene, in der sich Sonne und Erde bewegen.
Den vedische Aszendent selbst berechnen
Wenn Sie also Ihren mit Hilfe der westlichen Astrologie ermittelten Aszendenten in Ihren vedischen Aszendenten umrechnen möchten, müssen Sie von der Gradzahl Ihres westlichen Aszendenten 23 Grad 53’ abziehen.
In den meisten Fällen verschiebt sich der Aszendent hierdurch um ein Zeichen zurück, das heißt, aus einem Steinbock wird ein Schütze und aus einem Löwen ein Krebs. Das hängt jedoch ganz und gar davon ab, ob Sie am Anfang oder eher am Ende der Zeitphase eines Aszendenten geboren sind.
Verwechseln Sie bitte Ihren Aszendenten nicht mit dem Sonnenzeichen, also dem Zeichen, in dem die Sonne zum Zeitpunkt der Geburt stand. Auch dieses verschiebt sich nach dem gleichen Muster beim Übergang von der westlichen zur vedischen Astrologie.
In der vedischen Astrologie hat das Sonnenzeichen nicht die Bedeutung wie in der westlichen Astrologie. Für das vedische Schutzhoroskop ist Ihr vedischer Aszendent und die damit einhergehende Unterteilung in funktional positive und negative Planeten entscheidend. Sowohl durch die Stärkung geschwächter funktional positiver Planeten als auch durch die Transformation funktional negativer Planeten werden begrenzende und hinderliche Lebensmuster aufgelöst und die Entwicklung all Ihrer positiven Potentiale gefördert. So werden Sie mehr und mehr zum meisterhaften Gestalter Ihres Lebens.
Zusammenfassung
Die westliche Astrologie verwendet den tropischen Tierkreis, während die vedische Astrologie (Jyotish) den siderischen Tierkreis nutzt. Der Unterschied zwischen beiden wird Ayanamsa genannt. Aktuell beträgt diese Verschiebung ungefähr 24° (je nach verwendetem System, z. B. Lahiri-Ayanamsa).
So lässt sich der vedische Aszendent selbst berechnen: Sie nehmen den exakten Grad Ihres westlichen Aszendenten und ziehen davon den Ayanamsa ab. Beispiel: Liegt Ihr westlicher Aszendent bei 15° Widder, dann rechnen Sie 15° − 24° = −9°. Da negative Werte in den vorherigen Tierkreis zurückgehen, entspricht das 21° Fische im siderischen System.
Wichtig ist: Durch diese Verschiebung rutscht der Aszendent fast immer ein ganzes Zeichen zurück. Allerdings ist das nur eine Näherung. Der Aszendent hängt stark von der exakten Geburtszeit und dem Ort ab, und präzise Berechnungen berücksichtigen auch astronomische Details.
Um den vedischen Aszendenten wirklich exakt zu berechnen, verwendet man daher spezialisierte Software oder Ephemeriden. Dennoch liefert diese Methode ein gutes Verständnis dafür, wie der Übergang zwischen beiden Systemen funktioniert.
